Richtigstellung: HNA plagiiert NICHT fehlerhaften Wikipedia-Artikel

Am Samstag hatte ich hier der HNA unterstellt, sie hätte aus dem Wikipedia-Artikel des Landkreises Kassel eine Passage – die ich als fehlerhaft erachte – übernommen.

Richtig ist laut HNA:

die Informationen zur Fällung der Donar-Eiche im HNA-Artikel stammten nicht aus der Wikipedia, sondern von der Online-Seite des Landkreises Kassel – diese offizielle Stelle hat nach eigenem Bekunden auch die entsprechenden Wikipedia-Informationen und damit den Fehler dort eingefügt.

Wir bedauern, dass dieser Fehler auch in der HNA aufgetaucht ist – weisen aber darauf hin, dass wir keineswegs Wikipedia-Informationen ohne Prüfung übernommen haben – sondern vielmehr offizielle Informationen des Landkreises erst einmal als korrekt annehmen können müssen. Die Behörde wurde von uns auf den oben genannten Fehler in ihrer Publikation hingewiesen.

Antworten des Chefredakteurs

HNA-Leser sind dieser Tage aufgerufen Fragen zum Redaktionsalltag zu stellen. Einfach eine Mail an online@hna schreiben und der Chefredakteur antwortet. Und das geht sogar richtig schnell. Wir hatten vorhin diese Möglichkeit des HNA-Leserdialoges genutzt. Knapp eine Stunde später war die Antwortmail im Posteingang:

Frage 1:
Der Redaktionsalltag ist sicherlich ab und zu von Hektik geprägt. Wie versucht die HNA-Redaktion hierbei mögliche Fehler zu vermeiden, bzw. zu korrigieren? Könnten Sie hier kurz den Prozess des Redigierens erläutern?

Antwort von Horst Seidenfaden, Chefredakteur:

Zunächst einmal ist jeder Redakteur für seinen Text oder den eines freien Mitarbeiters, den er bearbeitet, verantwortlich. Gegenlesen, Rechtschreibprogramm – alles eine Selbstverständlichkeit. Dazu kommt das Vier-Augen-Prinzip – ein Kollege schaut also ebenfalls über den Text. In vielen Bereichen haben wir zusätzlich ein Korrektorat, hinzu kommt eine abendliche Blattschau, bei der die Redaktionen komplett die ausgedruckten Seiten begutachten, Überschriften, Bildunterschriften lesen etc.
Dass trotzdem Fehler veröffentlicht werden ist sicherlich kaum zu vermeiden. manche entstehen beim Korrigieren selbst, andere dadurch, dass man (besonders bei Überschriften!) über Fehler hinweg liest, weil man weiß, wie der Text lauten soll. Wie auch immer: Im Idealfall ist das ein funktionierendes System.

Frage 2:
Bei den Online-Artikeln können Leser die Beiträge meist direkt kommentieren. Nach welchen Kriterien werden diese freigeschaltet, bzw. gesperrt? Wie wird mit gemeldeten Kommentaren verfahren? Wer administriert eigentlich die Kommentarfunktion?

Antwort von Horst Seidenfaden, Chefredakteur:

Wir bekommen am Tag zwischen 800 und 1000, manchmal sogar mehr, Kommentare zu Online-Artikeln. Ein Kollege der Online-Redaktion schaut sich das an, alles, was in einer demokratischen Meinungs-Bandbreite liegt, wird auch veröffentlicht. Die Kommentarfunktion sperren wir zunehmend bei Ereignissen wie Unfällen – bei so tragischen Vorfällen gibt es einfach nichts Vernünftiges zu kommentieren.

Fragen zum Redaktionsalltag der HNA

Aktuell bietet die Kasseler Lokalzeitung HNA die Möglichkeit Fragen zum Redaktionsalltag zustellen:

Sie wollten schon immer einmal wissen, wie ein typischer Tag in der HNA-Redaktion aussieht? Es interessiert Sie, wie Themen gefunden und recherchiert werden? Dann fragen Sie!

Fragen können drei Tage lang per Mail an online@hna.de gestellt werden. Sie werden dann von Horst Seidenfaden beantwortet. Dies geht aus einem kurzen Online-Artikel hervor. Auch lokalzeitungskritik.de hat diese Möglichkeit genutzt und wartet sehnsüchtig auf die Beantwortung dieser Frage:

Sehr geehrte Damen und Herren, Sehr geehrter Herr Seidenfaden!

Über die HNA-Idee „Leser fragen den Chefredakteur“ freue ich mich sehr. Daher zwei Fragen:

1.: Der Redaktionsalltag ist sicherlich ab und zu von Hektik geprägt. Wie versucht die HNA-Redaktion hierbei mögliche Fehler zu vermeiden, bzw. zu korrigieren? Könnten Sie hier kurz den Prozess des Redigierens erläutern?

2.: Bei den Online-Artikeln können Leser die Beiträge meist direkt kommentieren. Nach welchen Kriterien werden diese freigeschaltet, bzw. gesperrt? Wie wird mit gemeldeten Kommentaren verfahren? Wer administriert eigentlich die Kommentarfunktion?

So verbleibe ich bei diesem winterlichen Wetter mit besten Grüßen,

Lukas Kiepe

Gutes Neues!

Lokalzeitungskritik.de meldet sich zurück aus der Winterpause. Ich hoffe, dass Sie alle gut ins neue Jahr gekommen sind. Besonders freue ich mich auf den neuen HNA-Jahrgang. Und natürlich auch auf die Online-Artikel bei HNA.de.

HNA.de scheint gut zu laufen. Monatlich gibt es inzwischen mehr als 3 Millionen Besuche, wie Anfang Dezember zu lesen war. Bei dem Artikel mit den Rekordzahlen hat sich der Redakteur übrigens selber interviewt. Fällt auf, wenn man das Kürzel am Artikelende beachtet.

Mich freut das alles. Geht’s der HNA gut, geht’s lokalzeitungskritik.de gut. Denn das heißt schön viele Artikel. Schön viele Artikel bedeuten ein paar Fehler. Und ein paar Fehler in der HNA bedeuten Inhalte für lokalzeitungskritik.de.

Ich empfehle noch Seite 31 (Kassel-Mitte) der letzten HNA-Ausgabe 2012. Dort sind lauter Stilblüten des Jahrganges 2012 abgedruckt (die wir überlesen haben).

Mein Favorit vom 13.12.2012:

„Insgesamt wurden gestern in Kassel 32 Ehen vollzogen“ – Sex im Standesamt.

Alles Beste fürs neue Jahr,
Lukas Kiepe

Winterschlaf

Weihnachten steht vor der Tür: Aufgrund der Feiertage erscheint die HNA unregelmäßig. Also für uns Zeit sich zurückzulehnen. Gemäß den folgenden Zeilen aus Theodor Storms Gedicht „Von drauß‘ vom Walde komm ich her“ lassen wir die Zeitung ungelesen in der Ecke liegen:

Alt‘ und Junge sollen nun /

Von der Jagd des Lebens einmal ruhn

Auch den RSS-Feeds von hna.de folgen wir ein paar Tage nicht. Ich lasse los vom zwanghaften Artikel lesen. Ebenso bleiben die Mails mit den Leser-Hinweisen im Posteingang unbearbeitet stecken. Folglich gibt es hier auch dieses Jahr nichts mehr zu lesen. Pünktlich zum Neuen Jahr nimmt lokalzeitungskritik.de die Arbeit dann wieder auf.

WeihnachtsbäckereiWir wünschen Frohe Feiertage und ein schönes Weihnachtsfest. Für dieses Jahr verabschieden wir uns mit diesem noch nicht so weihnachtlichen Leser-Kommentar aus dem HNA-Forum, der in die Kategorie passt „Eure Armut kotzt mich an“:

„Es gibt in keiner anderen Stadt in einer einzigen Innenstadtstraße so viele Bettler wie in Kassel, das sieht einfach scheiße aus für alle die auch nach Kassel kommen und natürlich den Anwohnern.“

Gefunden hier:
HNA.de vom 22.12.12: Weihnachtszeit: Mehr Bettler in der Stadt