Fäkaljournalismus

Ein Abfluss kann verstopft sein wegen … „Beschiss“, soweit so klar. Wie jetzt der verstopfte Abfluss mit „Beschiss“ befreit werden kann, bleibt fraglich. Genauso wie der Hinweisgeber, finden wir diese Überschrift etwas fäkal (med. für kotig):

Abflussfreimitbeschiss

Unkenntlichmachung der Person neben der „beschissenen“ Überschrift von uns

Gefunden hier:
ExtraTip, Titelseite vom 17. August 2014

Wofür die HNA gut ist (4)

Auszug aus dem ExtraTIP Wochenrückblick

Auszug aus dem ExtraTIP Wochenrückblick

Auch wenn der ExtraTIP die HNA um knapp 30 Meter überbietet, hat die HNA mit ihrer Angabe recht. Die Doppeltraktion der Linie 1 wird rund 60 Meter lang sein und nicht wie vom ExtraTIP angegeben 90 Meter.

Gefunden hier:
ExtraTIP 50. KW – Wochenmitte vom 11. Dezember 2013, Seite 2: Rückblick der Woche

Heike Wer?

Darf ich vorstellen: Heike ähhhh HELGA. Die ExtraTIP-Redaktion verfügt über ein brillantes Namensgedächtnis. Am Artikelanfang heißt eine Kasseler Politikerin noch Heike.

Heike W. - Kulturpolitische Sprecherin der Grünen?

Heike W. – Kulturpolitische Sprecherin der Grünen?

Gegen Ende des Artikel heißt Heike dann plötzlich Helga. Das ist gut so, denn die Frau heißt wirklich Helga Weber. Das Peinliche: In der Redaktion stolperte niemand über den Fehler. Gedruckt ist zwar gedruckt, aber online könnte schnell eine Korrektur vorgenommen werden. Betonung auf könnte, denn dies ist noch nicht geschehen.

Aus Heike wurde Helga - und das ist gut so

Aus Heike wurde Helga – und das ist gut so

Gefunden hier:
ExtraTIP vom 30. Oktober 2013: Potenzial nutzen, Seite 15

Von Geistern und Gazetten

Gut, als „frommer“ Protestant befinde ich mich – wenige Wochen vor Pfingsten – nicht in der moralischen Position über den aktuellen Titel des ExtraTIPs zu lachen. Sie vielleicht schon:

Geister

Schlagzeile: „Stadt ist voller Poltergeister“

GeisterII

Subüberschrift: tausendfache Exorzistin

Wer hätte das gedacht: Nicht die Flughafen-Eröffnung in Calden als Nummer eins im ExtraTIP, sondern eine Exorzistin und Geisterjägerin. Mein persönlicher Höhepunkt des Artikel ist der Satz: „Über Preise für eine Austreibung will die Kasselerin nicht sprechen.“ Journalistischer Tiefpunkt des Artikels ist der Verweis auf die Webseite des Mediums. Eigentlich unterscheidet sich Journalismus von Werbung durch eine gewisse Relevanz, Aktualität und Faktizität (feststellbare Wirklichkeit) des Artikelgegenstandes. Naja, welche Erwartungen möchte man schon an ein Anzeigenblättchen stellen. Dieses ist schließlich kostenlos, um nicht zu sagen vielleicht sogar umsonst.

Soweit das Wort zum Sonntag. Freuen wir uns auf den Jahreswechsel, wenn auch bei der HNA Hellseher die 365-Tage-Wetterprognose wagen oder die Wirtschaftslage auspendeln.

Gefunden hier:
ExtraTIP (KS-West) vom 07. April 2013, Seiten 1 und 6: Geisterjägerin berichtet: Kassel ist voller Geister und Dämonen

Das Ende einer Busfahrt?

Nachdem die große nordhessische Lokalzeitung umfangreich Werbung machte für über den inzwischen gestarteten Linienbetrieb eines Reiseunternehmens zwischen Köln und Dresden berichtete, gab es noch zwei Artikel über die Jungfernfahrt. Aus Kassel fuhr mindestens eine Person Richtung Osten, aus Göttingen sogar drei. Im Göttinger Lokalteil stand dann wirklich dieser Satz:

Die Fahrgastzahlen waren für den ersten Tag durchaus vielversprechend: In Richtung Sachsen waren drei Fahrgäste dabei.

Diese „vielversprechenden“ Fahrgastzahlen muss man mal in Relation zu der Anzahl der HNA-Reporter (vermutlich je Bericht einer) setzten. Das HNA-Motto (bisher: „ganz nah dran“) könnte auch lauten: Wo zwei oder drei eine Busreise machen, berichten wir. Natürlich enthalten die Artikel auch wieder die obligatorische werbende Rhetorik („Das bietet gleich mehrere Vorteile:“). Auch fehlen die Hinweise auf den Ticketverkauf, das Preissystem und die Abfartszeiten nicht. Langsam sollte jeder regelmäßige HNA-Leser das Unternehmenskonzept auswendig runterbeten können.

Im letzten Absatz des Kasseler Artikels heißt es: „Auf HNA online wird das neue Fernbusangebot des Münchener Unternehmens Flixbus und seines regionalen Partners Frölich-Reisen lebhaft diskutiert“. In der Tat, so ist auf HNA.de in den Kommentaren von Leserseite immer wieder das Wort Schleichwerbung zu lesen: „Jetzt reicht´s aber langsam mit der Schleichwerbung. Jeden Tag so ein Artikel. Das wird ja schon peinlich.“

EXTRATIP-Frölich-ReisenAuch in Zuschriften an lokalzeitungskritik.de wurde diese Thematik immer wieder aufgegriffen. Daher möchte ich noch kurz auf eine Korrelation (d.h. Wechselbe-ziehung, die nicht zwangsläufig kausal sein muss) hinweisen. Auch der ExtraTIP berichtete am Sonntag auf Seite 9 unter der Überschrift „Nach Ost und West“ und steht der HNA in nichts nach. Und auf Seite 16 findet sich im ExtraTIP dann noch eine Werbeanzeige von Frölich-Reisen. Sicherlich nur ein ganz zufälliger Zufall! Dieses zeitnahe gleichzeitige Auftreten von werbenden Artikeln und Werbenanzeigen des selben Unternehmens im gleichen Medium, will ich jetzt nicht weiter thematisieren.

Ach ja doch noch eins, auch in der HNA finden sich immer wieder – wirklich kleine – (Klein-)Anzeigen für von Fröich-Reisen veranstaltete Busreisen.

Gefunden hier:
HNA.de vom 28.02.2013: Fernbus auf Jungfernfahrt
HNA.de vom 28.02.2013: Im Fernbus von Göttingen nach Dresden