noKAGIDA (10): „HNA genauso schlimm wie KAGDIA“

Mitte Februar war in der HNA zu lesen:

Stattdessen sagt er: „Die HNA ist genauso schlimm wie Kagida.“

Ein bisschen weit hergeholt, diese Kritik an der HNA? Naja, dachte ich mir, als ich diese Interview-Frage in der Wochenend-Ausgabe entdeckte:

hna_islam_feindlichkeit

7. Frage im Interview „Das ist Dschihad-Romantik“ vom 28.02.2015

Und ich dachte immer, in Deutschland garantiere Art. 4 GG die Religionsfreiheit (auch für Jugendliche, die sich dem Islam zuwenden wollen).

Gefunden hier:
Hess. Allgemeine, Seite 19 Politik: „Das ist Dschihad-Romantik“

Da freue ich mich doch schon auf das heute beginnende Praktikum bei der HNA. Hier die passende Karikatur zum Verhältnis Islam und Islamismus:

noKAGIDA (9): Steinigung ist keine Kritik

Im Juli/August 2014 soll sich der „Kagida-Chef“ antisemitisch geäußert haben. Seit November ermittelt die Staatsanwaltschaft Kassel wegen des Verdachts auf Volksverhetzung. Seit 24.12.2014 kann jeder, der googeln kann, den betreffenden Facebook-Post nach lesen. Und heute, Mittwoch 18. Februar 2015, steht auch in der HNA:

„Bei Staatsanwaltschaft läuft Verfahren wegen des Verdachts der Volksverhetzung gegen Michael Viehmann“

Schade, dass die HNA seit Anfang Dezember diesem Antisemiten und seinen Anhängern ein Publikum geboten hat, ohne die Leser richtig über die Kagida-Bewegung aufzuklären. Dies kann passieren, wenn man schwer von Begriff ist:

Merkelsschädel

Kritik an Angela Merkel? Wohl eher ein Mordaufruf!

So, so in dem Facebook-Posting wird laut HNA Kritik an der Bundeskanzlerin geäußert. Ich zitiere aus dem gleichen Posting: „Frau Merkel, man sollte dich steinigen du Vieh„.

Die HNA hat einen wirren Kritik-Begriff: Steinigung ist keine Kritik.

Das nordhessische Blatt tat sich angesichts dessen in der Berichterstattung darüber vor allem dadurch hervor, dass sie die Kagidaaufmärsche und die Gegenveranstaltungen als Verkehrsproblem beschrieb, dass sie dem Anführer der nordhessischen Kagida, ein übler Antisemit und rechtsextremer Haudrauf, Platz gab, davon zu schwadronieren, mit Nazis nun gar nichts am Hut zu haben. (Quelle)

Was die HNA sieht die rassistische Mobilmachung am Montagabend überwiegend als Verkehrshindernis? Nicht doch! Achso heute Thema auf der Titelseite, mit Kommentar und komplett Seite 2. Das der Veranstalter Antisemit mit Ermittlungsverfahren ist, rutscht da mal schnell auf Seite 3.

Gefunden hier:
Hess. Allgemeine vom 18. Februar 2015, Seite 3: Ermittlungen gegen Kagida-Chef

noKAGIDA (8): HNA-Bashing und abwegige Vorwürfe

HNA-Bashing finden einige gut. Anlässlich der Karnevals-Saison zeigen wir, über was wir lachen können und über was nicht:

Witzig:

Bei allem HNA-Bashing sollte die dabei vorgetragene Kritik immer eine Berechtigung haben. Gerne darf und soll die HNA für ihre Berichterstattung über die (no)KAGDIA-Demos kritisiert werden. Die Kritik an diesem Artikel über den „Arbeitskreis Casseler Autonomer Berufsdemonstranten“ (AkCAB) verfängt aber.

  1. Die Kritiker werfen der HNA vor, der Demo-Anmelder werde mit Namen genannt und sei von zwei Reportern angerufen worden. Dieses Vorgehen der HNA ist nicht fragwürdig, sondern wird in Fachkreisen „Recherche“ genannt. Wer eine Demo anmeldet, also die Öffentlichkeit sucht, kann sich nicht über die plötzliche Öffentlichkeit beschweren.
  2. Auch ein Foto, dass einige MitstreiterInnen des Bündnisses zeigt, wird ohne Verfremdung abgebildet„. Auch hier gilt: Wer auf einer Demo die Öffentlichkeit sucht, kann sich nicht über plötzliche Öffentlichkeit beschweren.
  3. Nicht jeder wird gerne angerufen, trotzdem kann man Presseanfragen freundlich ablehnen. Niemand muss am Telefon den Götz von Berlichingen oder Altbundespräsident Christian Wulff mimen. Wer Journalisten sagt: „Sie können mich am Arsch lecken“, sollte sich nicht über schlechte Berichterstattung wundern. Direkt und freundlich geht anders, beispielsweise so: „Mit einer Zeitung, die die rassistische Mobilmachung auf den Straßen Kassels vor allem als Verkehrshindernis wahrnimmt, wollen wir nicht reden. Wenn wir irgendwas für euch haben, lassen wir euch das wissen: Don’t call us, we call you.

Zurück zur Kritik an der HNA, die schreibt:

Der Arbeitskreis scheint eine ähnliche Vorliebe für Kassels historischen Namen mit C wie rechte Gruppen zu haben. Sowohl Neonazi Bernd T. wählte für seine Kameradschaft „Sturm 18 Cassel“ diese Schreibweise als nun auch der „Arbeitskreis Casseler Autonomer Berufsdemonstrant_innen“.

Ah ja, soweit so dumm. Und HNA-Redakteure scheinen eine Vorliebe für die falsch verstandene Extremismustheorie zu haben, die Linke und Rechte gleichsetzt.

Gefunden hier:
HNA.de vom 13.02.2015: Autonome Berufsdemonstranten sind gereizt: „Sie können mich am Arsch lecken“

noKAGIDA (7): Was die HNA nicht verrät (II)

Montag ist (no)KAGIDA-Tag. Wie unterscheidet sich die Berichterstattung des Lokalmonopolisten von anderen Medien, die über KAGIDA berichten?

HNA-Blog kasse-live.de:

Bei kassel-live.de wird ein Reden-Auszug eines AfD-Politiker wiedergegeben, der regelmäßig bei KAGIDA spricht. Unkommentiert verbreitet so die HNA, bei der KAGDIA-Demo handle es sich um keine „ausländerfeindliche, islamfeindliche oder rassistische Veranstaltung“. Gerne kann die HNA ja KAGIDA-Redner wiedergeben, eine journalistische Einordnung wäre aber auch ganz okay, statt reinem Verlautbarungsjournalismus.

fr-online.de:
Wie beispielsweise fr-online.de, die nicht nur durch reinen Verlautbarungsjournalismus auffallen, sondern auch recherchieren können. Zusammenfassung der detaillierten Rechereche:

„Kagida setzt Rechtsextreme, die unter anderem durch massive Hetze und wüste Drohungen im Internet aufgefallen sind, als Ordner ein. Der Kasseler AfD-Sprecher Manfred Mattis unterstützt die Demonstrationen trotzdem.“

Damit geht die fr-Recherche über die bisherige HNA-Berichterstattung deutlich hinaus, die Rechtsextreme nur als Teilnehmer der KAGIDA-Demo bezeichnete und schrieb „AfD läuft mit Nazis„. Nein, „AfD organisiert Demos mit Nazis“ müsste es jetzt nach den fr-Recherchen heißen.

Gefunden hier:
fr-online vom 08.02.15: Rechtsextreme Ordner bei Kagida-Demo