„Taggesschau“

Wir von lokalzeitungskritik.de überlegen noch, ob die nachstehende „Gänsefüßchen“-Konstruktion irgendeine humorige Anspielung ist, die wir nicht verstehen:

„HNNA“-Schlagzeile vom 25. Oktober 2012

Vermutlich ist aber nur ein „HNNA“-Redakteur nicht schnell genug mit seinem (linken Zeige-)Finger von der G-Taste seiner klemmenden Tastatur runtergekommen. Toll das es Rechtschreibfehler in Schlagzeilen auf Seite 1 in die „HNNA“ schaffen, die (fast) jede Rechtschreibprüfung rot unterstreicht. Naja, Hauptsache die Inhalte stimmen größtenteils.

Gefunden hier:
HNA, Kassel-Mitte vom 25. Oktober 2012: „„Taggesschau“ ist weiterhin beliebt“, Seite 1.

Update 25.10.2012, 10.15 Uhr:
Noch zwei weitere Male kommt die „Taggesschau“ in der „HNNA“ vor, die weiteren Schlechtschreib-Patzer befinden sich auf Seite 33 (Fernsehteil).

Schnell, schnell, schnell

Ja, schnell, schnell, schnell muss es gehen in dieser heutigen Zeit. So ist das auch bei HNA.de:

Wer wenige Minuten nach der Publikation eines Artikels diesen liest, schüttelt doch häufiger den Kopf. Deshalb lassen wir von lokalzeitungskritik.de meistens auch der Online-Redaktion etwas Zeit, bevor wir uns über die Tippfehler herstürzen.

Das Internet in der Redaktion ging wohl, aber hier klemmte wohl eine Taste auf der Computertastatur:

Schnell wieder korrigierter Fehler.

Binnen Minuten war die Redaktion wieder Herr über die Tastaturen. Schnell korrigiert und geschenkt. Andere Dinge aber werden einfach übersehen und bleiben dann etwas länger:

Viel zu viel schon dabattiert?

Naja, solange inhaltlich alles in Ordnung ist, freut sich lokalzeitungskritik.de über Tippfehler.

Entscheidungsproblem bei Überschrift

Überschriften zu texten ist gar nicht so leicht. Sie müssen kurz und aussagekräftig sein. Immer wieder hat die HNA damit Problemchen. Es ist wirklich nicht leicht. Man muss große Entscheidungen treffen. Entscheidungen wie diese: Welches Verb ist besser geeignet und soll abgedruckt werden? Oder man wählt den goldenen Mittelweg:

Überschrift auf der Seite „Menschen“

Gefunden hier:
HNA, Kassel-Mitte, vom 22. September 2012, Seite 24 | Agenturmaterial, “ Mehr dazu unter
http://zu.hna.de/lena2209″

To…, Toberko…, Toberkolose

In der heutigen Ausgabe der HNA (Kassel-Mitte) war zu lesen, dass es in Kassel zurzeit fünf Tuberkulose-Fälle gäbe. Einer der Artikel stand unter der Überschrift: „Appell: testen lassen“.

Apell: testen lassen“ klingt in Verbindung mit der Unterüberschrift „Gesundheitsamt reagiert“ stark nach Massentests in der Bevölkerung. Und damit nach einer Dramatisierung der Situation. Zumal in dem Artikel auf die Überschrift kaum eingegangen wird.

Unterberücksichtigung des Artikels 14 des Deutschen Pressekodexes überlegte ich hierzu einen Kommentar zu schreiben:

Bei Berichten über medizinische Themen ist eine unangemessen sensationelle Darstellung zu vermeiden, die unbegründete Befürchtungen oder Hoffnungen beim Leser erwecken könnte.

Letztlich kam ich aber zu dem Schluss, dass es sich nur um eine schlechte Überschrift und um keine unangemessene Darstellung handelt. Der Kommentar wurde also hinfällig. Aber wie das so ist, wenn man einmal auf HNA-Online sucht, dann findet man eigentlich doch immer was. Hier bei einem ähnlichen Artikel ein kleiner Schnitzer in der Überschrift:

Richtigerweise starb die Frau an Tu|ber|ku|lo|se, die (eine Infektionskrankheit; Abk. Tb, Tbc, Tbk)

Standpauke für den Nominativ

Hier wurde der Nominativ benutzt ohne zu fragen: Standpauke für WER?

Eigentlich ein ganz klarer Fall für den Akkusativ. Denn die Präposition für verlangt den Akkusativ, fachsprachlich ist hier von Rektion die Rede:

Der Akkusativ kann durch die Rektion von Verben, Präpositionen und Adjektiven verlangt werden, das heißt, nach diesen Wörtern wird der Akkusativ benutzt, da sie andeuten, dass der/die/das Folgende etwas „erleidet“.
aus der Wikipedia

Die Frage lautet also: Standpauke für WEN oder WAS?

Die Antwort ist wohl kaum: für den Ministerpräsident! Es heißt korrekt im Akkusativ: Standpauke für den Ministerpräsidenten. Denn der Akkusativ kann nicht nur Artikel deklinieren, sondern auch manch männliches Substantiv. Hier noch die Deklinationstabelle:

Kasus Singular Plural
Nominativ der Ministerpräsident die Ministerpräsidenten
Genitiv des Ministerpräsidenten der Ministerpräsidenten
Dativ dem Ministerpräsidenten den Ministerpräsidenten
Akkusativ den Ministerpräsidenten die Ministerpräsidenten

Gefunden hier:
HNA-Online, vom 28. August 2012 – 15.15 Uhr: Misstrauensantrag gegen Kurt Beck